Previous month Dezember 2016 Next month
Traillauf 02 September 2015 Back to the list
Share on pinterest

Alle 4000er der Alpen – Ueli Steck berichtet von seinem Sommer und dem #82summits Projekt

Es war die Idee von Patrick Berhault und Philippe Magnin 2004 alle 4000 er der Alpen innerhalb 3 Monate zu besteigen. Zu Fuss mit Skis oder mit dem Velo. Am 1. März 2004 sind die beiden gestartet. Am 28. April am 67. Gipfel verunglückte Patrick am Täschhorn tödlich. Patrick stürzt mit eine Wächte in die Tiefe. Miha Valic gelang das Projekt als erster in 102 Tagen 2007. 2008 folgten der Idee Franco Nicolini und Diego Giovannini und traversierten die ganzen 4000er in 60 Tagen.

Alle 4000er der Alpen – Ueli Steck berichtet von seinem Sommer und dem #82summits Projekt

Inspiriert von Berhault und Co. standen Michi Wohlleben und ich am 11. Juni auf dem Gipfel der Piz Bernina,  dem östlichsten 4000er der Alpen. Der Beginn einer zwei Monatigen Reise quer durch die Alpen. Eine Reise durch die Schweiz, Frankreich und Italien. Michi verletzte sich bereits nach dem 3. Gipfel. Er musste kurz danach aufgeben und so kletterte ich mit verschiedenen Partnern weiter.

Der letzte Gipfel musste noch verdient werden. Am Morgen am 11. August renne ich in Ailefroide los. Es ist 4.18 Uhr, immer noch stockdunkel. Wie in den letzten 2 Monaten freue ich mich. Noch einmal einen Tag Bergsteigen. Ich bin motiviert und finde sofort meinen Rhythmus. Am Ende der Straße wartet Daniel Mader (Supporter während des ganzen Projektes) am Parkplatz. Ich trinke kurz etwas. Daniel erklärt mir, dass der Weg hinter dem Haus weiter geht und nach einem Handschlag laufe ich weiter. Ein breiter Weg. Nach kurzer Zeit steht vor mir ein großer Stein. Ein Wegweiser darauf zeigt zum Glacier Blanc und zum Glacier Noir. Ich muss zum Glacier Blanc und ich bin überzeugt, dass der Pfeil nach links zeigt. Im Licht der Stirnlampe kommt eine Kurve nach der anderen. Dann geht es über Moräne, kein Weg mehr aber es hat überall Steinmänner als Markierung. Es kommt mir etwas komisch vor. Aber der Wegweiser war ja offensichtlich. Ich laufe bis ans Ende des Tals. Jetzt bin ich definitiv sicher, ich bin falsch hier. Ich nehme mein Telefon aus dem Runningpack und Google Maps bestätigt mir, dass ich auf der falschen Seite des Berges bin. Es hallt kurz ein lautes Fluchen durchs Tal und schon bin ich wieder am runter laufen. 3h 40 Minuten bin ich bereits unterwegs als ich wieder unten im Tal von vorne beginne. Ich muss über mich selbst lachen. Ein etwas zu ausgedehntes Aufwärmen. Aber was soll’s. Es sind ja nur noch ca. 2200 Höhenmeter vom Tal zum Gipfel. Jetzt ist bereits Tag und ich finde doch noch den richtigen Weg, den man ja eigentlich nicht verpassen kann!

Meine Beine fühlen sich immer noch gut an. Ich laufe wie ich fast jeden Tag gelaufen bin in den letzten 2 Monaten. Ich habe wenig dabei. Nur ein Aluminium Steigeisen und einen Pickel. Etwas zu Trinken ein paar Powerbars eine Jacke und noch eine lange Hose. Bereits sind die meisten im Abstieg von der Dome du Neige des Ercins. Eine schöne Spur schlängelt sich den Gletscher hoch, die mir erlaubt schnell zu gehen. Ich erreiche den Dome du Neige in kurzen Hosen. Ich muss etwas schmunzeln. Kurze Hose Turnschuhe auf einem 4000er. Jetzt muss ich noch auf die Barres les Ecrins.  Das sieht von hier etwas wild aus. In der Zwischenzeit haben sich ein paar Wolkenfetzen am Berg verhangen. Also wieder zurück zum Col. Dann über den verschneiten Grat zum Gipfel. Es hat keine Spuren zum Barres les Ecrins. Ich klettere mit Steigeisen und bleibe konsequent  auf der Gratkante. Der letzte Gipfel. Ich bin überglücklich aber auch etwas traurig. Das war es, das ist der letzte Gipfel des 82 Summits Projektes. Irgendwie schade und trotzdem bin ich froh und glücklich, dass es geklappt hat.

Es gibt viele Eindrücke und Erlebnisse die bleiben: Die Tour mit Andi Steindel auf welcher wir zusammen an einem Tag  das ganze Monterosa Massiv überschritten. 18 Gipfel an einem Tag. Danach am nächsten Tag vom Klein Matterhorn runter auf  den Trocknen Steg und rauf aufs Matterhorn. Wir machten eine kurze Pause im T-Shirt auf dem Gipfel, genossen die Aussicht  und die Sonne. Oder die Solobegehung des ganzen Brouillardpfeiler. Dann die Gipfel mit meiner Frau Nicole. Die Liste ist endlos.

Ich persönlich konnte so viel Energie schöpfen aus der ganzen Reise.  Ich bin jetzt zu Hause und habe hundert Ideen und bin etwas übermotiviert. Ich würde am liebsten gleich mit einem neuen Projekt anfangen! Die insgesamt 117489 Höhenmeter und 1772 km haben mir viele neue Erfahrungen und Erlebnisse gebracht.    

Wir hatten extremes Glück mit dem Wetter. So einen Sommer hat man nicht jedes Jahr. Daniel und Ich waren immer mit viel Freude und Passion hinter dem Projekt. Ich glaube alles zusammen braucht es um Erfolgreich zu sein. Passion, Glück, 120% Motivation und einen super coolen Supporter!


Aiguille Blanche

Teufelsgrat Mont-Blanc du Tacul

Bianco ridge Piz Bernina


Einen Kommentar hinterlassen




Posten

The requested page concerns “Europe” market.

GO TO the
US version
Continue on
Europe version