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Traillauf 11 Oktober 2017 Back to the list
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Andrea Huser, eine wahre Langstreckenkönigin.

Nach einer erfolgreichen Karriere als Mountainbikerin, Triathletin und Skifahrerin gehört Andrea Huser heute zu den leistungsstärksten Ultratrail-Läuferinnen.

Wir treffen die Schweizerin, die als große Favoritin beim Diagonale des Fous gilt, der am 19. und 20. auf La Réunion stattfindet.

Andrea Huser, eine wahre Langstreckenkönigin.

  

Wenn man sich ansieht, was du in der Vergangenheit gemacht hast (MTB Euro Champ, Triathlon, Skimo…) muss man feststellen, dass mit den Jahren die Streckenlängen immer grösser wurden, woran lag dieser Wechsel?


Ich hatte genug von Multisport, wollte eigentlich meine Wettkampf-Karriere mit 40 beenden. Zum Karriere-Abschluss lief ich den Swiss-Alpine in Davos, ich genoss es einfach noch die Laufschuhe anzuziehen und über Berge zu laufen. Da entdeckte ich die Punkte für UTMB und informierte mich im Internet was das für ein Lauf ist und schon hatte ich ein neues Ziel. Ich hatte Glück bei der Startplatz Auslosung und lief dann 2014 zum ersten Mal den Eiger Ultra und UTMB. Von da an war ich in der Szene drin. Der Aufwand ist einfacher als im Trailrunning, da kann ich die Laufschuhe anziehen und los. Als ich noch Triathlon und teilweise Adventure-Rennen machte, da trainierte ich schwimmen, biken, kajaken und laufen. Jetzt mache ich das was ich am liebsten mache, das ist laufen, zum Ausgleich Mountainbike und ab und zu kajaken.

 

Fährst du heute noch Rad und machst Skimo? Und wenn ja, dann zu Trainingszwecken oder weil es dir einfach Spass macht?

Ich fahre Mountainbike zum Spass und als Ausgleich zum laufen. Skimo machte ich früher zum Plausch, mittlerweile hat mich da der Wettkampf auch angesprochen. Es ist gutes Wintertraining mit Action und Spass. Zudem komme ich vom Skifahren, als Kind bin ich Skirennen gefahren und somit hab ich auch keine Mühe mit den Downhills, das geniesse ich.

 

 

Hast du in einer deiner Disziplinen jemals einen „Profi-Vertrag“ angeboten bekommen?


Ich hatte einen Bike-Shop als Sponsor Imboden-Bike aus Lauterbrunnen, welcher mir auch Material und auch mal Startgelder bezahlte. Zudem bekomme ich von meiner Wohngemeinde jährlich einen finanziellen Beitrag.

 

Du läufst ein paar richtig lange Strecken, wo holst du dir deine Motivation, so lange durchzuhalten? Kekse nach der Ziellinie, die Medaille, Freunde oder Familienmitglieder, die einen erwarten….?


Die Strecken zu laufen und die Distanz zu bewältigen, die Freude danach es geschafft zu haben. Eine Freundin dabei zu haben, die mich unterstützt und supportet ist immer sehr schön und natürlich motivierend. Ich nehme mir kurze Ziele, die Freude auf die nächste Aussicht, die nächste Verpflegung etc. Die grösste Motivation ist sicher das Ziel zu erreichen und das Glücksgefühl danach zu erleben.

 

Wir haben gehört, du hast noch einen anderen Job neben dem Laufen, was machst du beruflich?

Ich bin Pflegefachfrau (Nurse) und arbeite normalerweise 80 %. Diesen Sommer nahm ich mir eine Auszeit und arbeitete von April bis November nicht. Im November beginne ich eine neue Arbeitsstelle in einer Rehabilitations-Klinik

 


Würdest du nicht gern Profi werden, den Job an den Nagel hängen und dich nur noch aufs Laufen konzentrieren?


Das habe ich nun ein paar Monate gemacht, der Grund war zwar mehr die Reisen und verschiedene Einladungen zu folgen. Das wollte ich geniessen. Ich werde 44 und weiss nicht wie lange ich noch Ultratrails auf diesem Niveau laufen kann.
Es ist finanziell kaum machbar von Trailrunning zu leben, da braucht man einen guten Sponsor und ist fast gezwungen Rennen zu laufen an welchen es Preisgelder gibt.

 

Wenn wir deiner Logik folgen (erst MTB mit halblangen Strecken, dann Triathlon mit langen Strecken, jetzt Ultratrail mit “ultra” langen Strecken)… was wäre dann deine nächste Disziplin?


Rennen mit dem Rollator;-).
Ich möchte sehr gerne mal mehrtägige Kajaktouren machen, falls ich meine Wettkampfkarriere irgendwann beende. In den Bergen rum rennen werde ich wohl mein Leben lang. Ich möchte auch mehr Hochtouren und Skitouren machen, einfach als Genuss und nicht mehr leistungsorientiert. Solange es aber läuft, laufe ich…

 

Hast du beim Sport schon Verletzungen erlitten? Wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Für eine Sportlerin wie dich ist es bestimmt schwer zu ertragen, wenn man pausieren muss…

Nein, keine wirklich schlimmen Sachen. Als ich noch Mountainbike-Rennen fuhr, hab ich mal einen Wirbel gebrochen und das Schlüsselbein. Da bin ich einfach viel gelaufen. Seit ich Multisport machte und Trailrunning habe ich öfters irgendwelche muskulären oder Sehenprobleme, aber welcher Läufer hat das schon nicht? Es war nie so schlimm, dass ich gar nichts machen konnte. Wenn ich nicht laufen kann, geht Mountainbike oder Ski.

 

Dieses Jahr hast du uns beim UTMB mit deinem minimalen Rückstand von nur 155 Sekunden auf den 1. Platz  total beeindruckt… du rückst jedes Jahr ein Stück näher an die Sitze… ist das ein Ziel für dich, den UTMB zu gewinnen, oder läufst du einfach los und schaust was am Ende dabei raus kommt?

Tja das wäre wohl das nächste, logischerweise;-). Ich wusste, dass ich keine Chance auf den Sieg haben werde, solange Caroline Chaverot oder Nuria Picas am Start stehen. Ich startete tatsächlich so: race and see what happens. So war es auch im letzten Jahr. Wie es so ist, kann auf einem langen Lauf wie UTMB viel passieren. Natürlich hab ich mir das Podest als Ziel gesetzt, war aber Mitte der Saison nicht überzeugt, dass ich das schaffen kann. Nun ist es für mich wie letztes Jahr: ein Gefühl als hätte ich gewonnen!

 

Andrea Huser Julbo UTMB

Andrea Huser UMTB 2017. © Christophe Boillon


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