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Langlauf 20 Juni 2017 Back to the list
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Jason Lamy-Chappuis : "Julbo, ein Partner, der zu mir passt"

Zwei Jahre nach seinem Rückzug vom Leistungssport kehrt Jason Lamy-Chappuiser wieder in die Nordische Kombination zurück und hat dabei die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang im Visier.

Der frisch diplomierte Berufspilot hat sich zur Begleitung bei diesem Vorhaben Julbo als Partner auserkoren. Wir haben den Besuch der französischen Skilegende bei uns in Longchaumois für ein Interview genutzt.

Jason Lamy-Chappuis :

 

Seit der Ankündigung deiner Rückkehr in den Leistungssport sind einige Wochen vergangen... wie ist es bisher gelaufen?


Ich habe mich riesig gefreut, das Trainingsteam wieder zu finden und mich schnell wieder in alles reingefunden. Naja, natürlich habe ich erst einmal jeden Tag ganz schön Muskelkater gehabt! Ich hatte schon fast vergessen wie das ist, aber jetzt geht es schon viel besser. Ich habe zwei Jahre keine Sprungschanze mehr betreten und mich gefragt, ob ich das überhaupt noch kann! Der Anfang war schon schwer, aber mittlerweile habe ich schon wieder um die 60 Sprünge hinter mir (das Gespräch fand Anfang Juni statt). Na, ich habe das schon so oft in meinem Leben gemacht, dass ich die Technik schnell wieder drauf hatte.

 

Jason Lamy Chappuis Julbo

 

Wie sah dein Leben in den letzten zwei Jahren aus?

Ich hatte ein Jahr Theorieausbildung in Paris für den Linienpilotenschein. Ich habe meinen Kopf in die Bücher gesteckt und bin zwei, drei Mal die Woche gelaufen, wenn ich Zeit hatte. Dann war ich von Oktober bis April in England. Dort habe ich im Flugsimulator trainiert und Flugzeuge gesteuert. Diesen Winter habe ich also keinen Schnee, sondern nur englischen Nebel gesehen. Mittlerweile habe ich meine Ausbildung abgeschlossen und darf jetzt zweimotorige Propellerflugzeuge steuern. Später muss ich dann noch die Linienpilotenlizenz für Airbus- und Boeing-Maschinen machen, um Linienflugzeuge fliegen zu dürfen.

 

Was für Sport konntest du in dieser Zeit machen?

Ich wolle 2016 eigentlich an der Transjurassienne teilnehmen, doch sie wurde abgesagt. Ich bin dann trotzdem Ende Dezember und im Januar zum Skifahren gekommen und habe ein bisschen für mich trainiert. Im Sommer bin ich gelaufen und Rad gefahren. Was die Ausdauer angeht, war der Neuanfang also nicht so schwierig. Beim Langlauf war das schon eine andere Geschichte! Mein Oberkörper hatte total abgebaut.

 

Die Ankündigung deiner Rückkehr hat einige Aufmerksamkeit erregt. Welche Reaktionen haben dich am meisten berührt?


Ich habe von meinen Freunden und meiner Familie viele bestärkende Rückmeldungen bekommen. Alle sagten mir: "Wenn du dazu Lust hast, stehen wir hinter dir." Ich habe mich alleine dazu entschieden. Mir hat einfach etwas gefehlt und ich hatte das Bedürfnis, dass ich noch eine Saison machen und mich 150% investieren wollte, insbesondere vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele.

 

Und wie fühlst du dich jetzt einige Wochen vor den olympischen Entscheidungen?

Das wird jetzt sehr schnell kommen. Ich habe mir Etappenziele gesetzt, um zu wissen, wo ich vor dem Anfang des Weltcups stehe. Ich kann nicht das Training nachholen, das ich die letzten zwei Jahre verpasst habe. Und ich weiß noch nicht, in welcher körperlichen Form ich sein werde. Aber mental bin ich viel freier... ich fühle mich wie in meinen ersten Weltcup-Jahren.

 

Jason Lamy Chappuis Julbo

 

Hat sich deine Sicht auf die Nordische Kombination nach zwei Jahren Abwesenheit verändert?

 

Ja, klar. In den zwei Jahren habe ich Abstand genommen. Als ich in England war und meinen alten Teamkollegen beim Wettkampf zusah, sagte ich mir: "Leistungssportler zu sein ist eigentlich doch nicht so schlecht." Es ist ein riesiges Glück, wenn man so weit kommt. Auch wenn man sich dessen nicht unbedingt bewusst ist, weil man tägliche hart trainieren und so manches auf sich nehmen muss. Aber es ist ein Traumberuf, und das darf man nicht vergessen. Ich kehre also hoch motiviert zurück und freue mich auf die Wettkämpfe wie in meinen Anfangszeiten. Das war am Ende meiner Karriere nicht so, da hatte ich genug von allem: den Trainingslagern, Wettkämpfen, der Erschöpfung... ich hatte einfach keine Lust mehr.

 

Neben den Olympischen Spielen denkt man nächsten Winter natürlich auch an Chaux Neuve...


Der Weltcup wird ein super Event, ich freue mich schon sehr darauf. Für uns ist Chaux-Neuve etwas ganz Besonderes. Ich habe dort schon ich weiß nicht wie viele Trainingsstunden verbracht. Und wenn es einen Weltcup gibt, hat man auf einmal ein riesiges Publikum hinter sich. Nicht nur die absoluten Fans unserer Disziplin.

 

Dein Comeback im Wettkampfsport ist gleichzeitig dein Debut als Julbo-Athlet. Was bedeutet es für dich, mit einem lokalen Partner zusammenzuarbeiten, der im nordischen Skisport sehr engagiert ist...?


Ich bin stolz, jetzt im Team von Julbo zu sein. Ich komme aus dem Hochjura und mache Leistungssport, ich passe also perfekt zur Marke Julbo, die ihren Sitz ebenfalls im Jura hat. Julbo engagiert sich sehr für den Leistungssport, vor allem auch in den nordischen Disziplinen. Unsere Zusammenarbeit steht zwar erst am Anfang, aber ich habe bereits gesehen wie aufmerksam die Marke auf die Bedürfnisse der Sportler eingeht und bei der Produktentwicklung berücksichtigt. Es ist genial hier ins Werk zu kommen, Produkte auszuprobieren und sich mit den Entwicklern zu unterhalten. Davon profitieren alle Seiten und am Ende hat man ein Produkt, das genau so ist wie man es wollte.

 

Du trägst auch im Alltag eine Brille...

Ja, es ist schon ein echtes Problem, eine ordentliche Sportbrille mit Korrekturgläsern zu bekommen. Bei Julbo habe ich die Möglichkeit, vor Ort exakt die Brille zu finden, die ich brauche. Gläser, Korrekturwerte, Fassung... alles ist optimal auf mich und meinen Sport ausgelegt.


Jason Lamy Chappuis Julbo

 

Welchen Platz wirst du nach zwei Jahren Abwesenheit im Team einnehmen?


Ich freue mich, meine Freunde wieder zu finden, sehe mich aber nicht in der Führungsrolle, die steht nach drei erfolgreichen WMs François Braud zu. Körperlich und technisch bin ich noch in einer Phase, in der ich mein früheres Niveau zurückerarbeiten muss. Ich weiß was ich will, ich weiß, was ich erlebt habe und ich kann den Jüngeren etwas mitgeben. Wir sind eine gute Truppe, wir können uns gegenseitig etwas beibringen.

 

 

Jason Lamy Chappuis Julbo

 

Jason Lamy Chappuis

Geboren am 9. September 1986, 30 Jahre 
Twitter: www.twitter.com/jlamychap
Facebook: www.facebook.com/LamyChappuisJason
Olympische Spiele:  1. Platz Normalschanze in Vancouver 2010.
Weltmeisterschaften:
1. Plätze: Sieger Gundersen-Großschanze, Einzelwettbewerb (2011); Gundersen-Normalschanze, Mannschaftswettbewerb, (2013); Team-Sprint (2013-2015)
3. Plätze: Massenstartwettbewerb und Gundersen-Großschanze (2009); Gundersen-Großschanze (2013) ; Gundersen-Normalschanze, Mannschaftswettbewerb (2015)
Weltcup:
Gesamtweltcupsiege in den Jahren 2010-2011-2012 26 Einzelsiege, 200 Starts.

 

Geschreiben von Fred Machabert


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