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Outdoor 18 November 2014 Back to the list
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Michi Wohlleben:

Zwei Jahre nach seiner Expedition zum Jirishanca (6094m) in der Cordillera Huayhuash in Peru haben wir mit Julbo Athlet und Profibergsteiger Michi Wohlleben gesprochen um zu erfahren, wie er heute über das Unternehmen in der Ostwand und den gescheiterten Gipfelversuch denkt.

Michi Wohlleben:

Mit welchen Gedanken und Gefühlen erinnerst du dich heute an die Jirishanca Expedition zurück??

MW: Der Jirishanca ist doch einfach ein geiler Berg! Allein wenn du ihn auf dem Weg ins Basecamp das erste Mal erkennen kannst. Dieser Anblick, der bleibt im Gedächtnis. Vor allem ist es so: Je länger die Expedition zurückliegt, desto stärker rücken die positiven Erinnerungen in den Vordergrund. Wir hatten eine super Zeit, konnten die anspruchsvolle Route durch die Ostwand durchsteigen und die Stimmung im Team war die meiste Zeit über richtig klasse. Da treten der nicht geglückte Gipfel oder andere negative Gedanken immer stärker im Hintergrund.

 

Was war das Besondere, das Außergewöhnliche an dieser Expedition?

MW: Gerade verglichen mit dem Expeditionsbergsteigen in Asien, also dem Himalaya, ist man in den Anden noch abgeschiedener. Wir waren die gesamten vier Wochen komplett alleine und haben keine Menschenseele getroffen. Das ist etwas Besonderes und durchaus mal ein angenehmer Kontrast. Hinzu kommt, dass es dort anders als inzwischen im Himalaya keine Bergrettung gibt. Du bist also noch deutlich exponierter und es sollte besser nichts passieren, sonst gehörst du der Katz. Aber das wiederum macht natürlich auch einen Teil des Reizes aus.

 

Habt ihr vor einen weiteren Versuch zu unternehmen und falls ja wann?

MW: Die Idee besteht auf jeden Fall. Einen konkreten Plan gibt es bis jetzt jedoch nicht. Mit meinen 24 Jahren habe ich ja noch etwas Zeit… Aber ich denke ich muss in jedem Fall zurück und auf dem Gipfel stehen. Zudem gibt es am Jirishanca weitere potentielle Projekte. Die von Aymeric Clouet im technischen Stil eröffnete Route „Tambo Churros y Amigos“ frei zu begehen, wäre beispielsweise eine interessante Sache. Sicher würde ich aber für eine weitere Expedition in die Cordillera Huayhuash mindestens zwei Monate einplanen um mit mehr Zeitpuffer arbeiten zu können.

 

Die Wand hattet ihr ja bereits durchstiegen. Gescheitert seid ihr an den Bedingungen oberhalb… Wieso glaubst du daran, dass es – auch bei ähnlichen Verhältnissen – beim nächsten Mal klappen wird?

MW: Nachdem mir jetzt bekannt ist, wie die Bedingungen dort oben auf dem steilen Firngrat sein können, ist es bereits etwas anderes, da man vorbereitet an sie Sache ran gehen kann. Wenn man das Timing ändert, bleibt einem für den letzten Gipfelanstieg dann mehr Zeit, weshalb man sich auch bei solchen Schneemassen dann auch da hocharbeiten kann. Außerdem haben sich meine technischen und auch psychischen Fähigkeiten seit damals weiter verbessert. Ich denke heute würde ich leichter sagen: „Das geht Jungs. Das kann man versuchen.“

 

Was steht in nächster Zukunft auf dem Reiseplan bzw. Projektplan?

MW: Training, Training, Training… Und dann geht’s im Februar 2015 top fit nach Patagonien!


Hier geht’s direct zum Film:



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