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Freeride 07 Dezember 2016 Back to the list
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Samuel Anthamatten, das Schweizer Taschenmesser unter den Bergprofis

Der Schweizer Samuel Anthamatten ist ein Alleskönner im Bereich des Bergsports: Eisklettern, Freeriden, Steilwandfahren... In einigen Disziplinen gehört er sogar zu den Weltbesten. Treffen mit einem außergewöhnlichen Bergführer.

Samuel Anthamatten, das Schweizer Taschenmesser unter den Bergprofis

Wenn er nicht oben in den Bergen unterwegs ist, betrachtet er von unten ihre Silhouette, verfolgt mit den Augen ihre Kurven, Linien und Bewegungen...  Samuel Anthamatten ist ein passionierter Bergprofi, dem immer wieder etwas einfällt, um sich außerhalb ausgetretener Pfade neuen Herausforderungen zu stellen.  Der vielseitig talentierte Dreißigjährige  ist nicht nur ein versierter Freestyler und Freerider, er ist auch ein erfahrener Steilwandfahrer, Eiskletterer, Bergsteiger, Sportkletterer und Mountainbiker! In all diesen Disziplinen macht ihm keiner so leicht etwas vor.

 

Schon eine komische Sache, wenn man bedenkt, dass er nie in seinem Leben Mitglied eines Skisportvereins war.  « Ich bin in Zermatt geboren und lebe noch immer dort", erzählt er. Wir waren vier Kinder zu Hause, meine Eltern konnten es sich nicht leisten, uns alle im Skiverein anzumelden. Wir haben Skifahren einfach von ihnen gelernt. Am Anfang war das noch ganz einfach, wir zogen unsere Skisachen an, gingen hinten zur Küche hinaus und fuhren den kleinen Hang vor dem Haus hinab. Später bin ich mit meinen großen Brüdern die Pisten von Zermatt gefahren.  Wir fuhren damals nicht wie die anderen Kinder. Am liebsten waren wir außerhalb der Pisten unterwegs, sprangen kleine Felsen und fuhren im Wald.  Einige Zeit später dann kam die Disziplin Freestyle auf, und das habe ich dann auch gleich probiert.  "

 

 

Autodidakten.  Und die Geschichte wiederholt sich auf eigenartige Weise, als es darum ging, auch in der wärmeren Jahreszeit seine Passion für die Berge auszuleben. Sein größerer Bruder Simon bringt ihm in den Bergen vor der Haustür das Bergsteigen bei.  «Er brauchte jemand, der ihn absichert, und da ist er irgendwie auf mich gekommen», witzelt Samuel, der ebenso viel Sinn für Humor wie Energie besitzt.  Von der kleinen Mauer hinter dem Haus geht es zu immer höheren Bergen, bis sie im zarten Alter von 11 und 14 Jahren mit dem Breithorn ihre erste Viertausender-Besteigung in Angriff nehmen.   "Das war ein echtes Abenteuer. Meine Eltern hatten Vertrauen, weil Simon in allem immer sehr gewissenhaft war.  Er hatte alles bei den Bergführern von Zermatt gelernt.  Sie beobachteten uns zwar von der Ferne, aber sie vertrauten uns.  Und das noch heute, auch wenn es für sie bestimmt nicht immer leicht ist." Nach ihrer Aufnahme in die Schweizer Nationalmannschaft der Sportkletterer und ihrer Suche nach immer größeren Herausforderungen, entdecken die Brüder das Eisklettern für sich. Und sind schon bald so gut darin, dass Samuel im Alter von 16 Jahren bereits seinen ersten Sieg im Weltcup holt. 

 

Gleichzeitig lässt er sich zum Bergführer und Skilehrer ausbilden. "Zu diesem Zeitpunkt habe ich technisch sehr viel gelernt und mit dem Steilwandfahren begonnen.  Ich traute mir auf Skiern immer mehr zu." Skifahren nimmt daher eine immer wichtigere Stellung in seinem Leben ein und verdrängt das Eisklettern Stück für Stück. Sam begeistert sich mehr und mehr fürs Freeriden und wird so gut, dass er schließlich auch bei der World Tour mitmacht. "Wettkämpfe sind für mich ein wichtiges mentales Training. Man muss zu einem bestimmten Moment in Topform sein. Du hast nur eine Minute, in der du dich konzentrieren und alles geben musst. Einen Abhang im Wettkampf wie vorgegeben runterfahren ist relativ einfach, aber etwas umzusetzen, was man sich selbst ausgedacht hat, ist schon komplizierter." Schon im ersten Jahr seiner Teilnahme landet er auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung.



Dem Schweizer, der sich immer wieder mit Begeisterung in neue Herausforderungen stürzt, scheint alles zu gelingen: auch das Steilwandfahren.  "Für mich ist es das Größte, an traumhaften Hängen, traumhafte Linien hinzulegen. Mein Auge sucht immer wieder neue Strecken. Wenn die Bedingungen gut sind, kann man sogar Kletterstrecken mit den Skiern fahren.  Mir kommt es nicht darauf an, meine Limits auszureizen oder mich Gefahren auszusetzen, mir macht es einfach Spaß zu sehen, was noch alles so möglich ist.  Das für sich selbst herauszufinden. Ich passe mich gern an das an, was die Berge mir zu bieten haben.  Ich liebe die Herausforderung des Steilwandfahrens, aber ich mache das auch nicht jeden Tag, man geht dabei schon ein Risiko ein und das sollte man nur gelegentlich tun.  "

 

Da die Berge in der Schweiz und in den meisten Teilen der Welt schon ziemlich gut erschlossen sind, hat sich Sam ein neues Abenteuer ausgedacht:   Steilwandfahren im Himalaya. "Wir haben uns schon einige Linien mit dem Mountainbike ausgeguckt.  Einige wurden auch schon mit Skiern gefahren. Unsere Idee ist es, sie in unserem eigenen Stil zu fahren.  Ich freue mich schon total darauf, dorthin mit den Skiern zurückzukehren." Bis dahin ist er in seinen Hausbergen unterwegs. 

Hier fühlt er sich wohl.  "Berge sind nicht wie Menschen. Sie sind immer ehrlich. Wenn du eine falsche Entscheidung triffst, merkst du das sofort, du kannst nicht tricksen». 

 

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