Kilian Jornet in den USA: Die amerikanische Odyssee einer Trail-Legende
Wenn wir über Kilian Jornets Leistungen in den Vereinigten Staaten sprechen, reden wir über Abenteuer, die die Grenzen des Möglichen verschieben.

KILIAN JORNETS AMERIKANISCHE ODYSSEE: GRENZEN VERSCHIEBEN IN DEN USA
Wenn wir über Kilian Jornets Leistungen in den Vereinigten Staaten sprechen, reden wir über Abenteuer, die die Grenzen des Möglichen verschieben. Der katalanische Läufer, die absolute Referenz im Trail- und Bergsport, hat die Geschichte des amerikanischen Outdoor-Sports mit titanischen Herausforderungen geprägt. Vom mythischen Western States bis zu den schwindelerregenden Gipfeln Colorados – erfahren Sie, wie dieser Ausnahmeathlet den amerikanischen Westen allein mit der Kraft seiner Beine eroberte.
STATES OF ELEVATION: WIE KILIAN JORNET 72 AMERIKANISCHE GIPFEL IN 31 TAGEN VERBAND
Im September 2025 startete Kilian Jornet eines seiner ehrgeizigsten Projekte: States of Elevation. Das Ziel? Die Verbindung der 72 Gipfel von über 4.267 Metern Höhe (die berühmten "Fourteeners"), die über den Westen der USA verteilt sind. Eine kolossale Herausforderung, die ihn von Colorado über Washington State bis nach Kalifornien führte.
Die Bilanz dieser Odyssee verursacht Schwindel: 5.145 km zurückgelegt und 123.045 positive Höhenmeter in nur 31 Tagen bewältigt. Um diese Zahlen ins rechte Licht zu rücken: Das ist, als hätte Jornet den Mount Everest vierzehnmal hintereinander bestiegen und dabei die Strecke zwischen Paris und Moskau zurückgelegt... zweimal!
Das Projekt begann mit den 56 Gipfeln Colorados, einem wahren Konzentrat an Höhe und Technizität. Jornet setzte seinen Weg in der kalifornischen Sierra Nevada fort, bevor er mit dem Mount Rainier im Bundesstaat Washington abschloss. Jede Etappe stellte eine einzigartige Herausforderung dar:
- Tage mit mehr als 20 Stunden Dauerbelastung;
- Fahrrad-Übergänge zwischen bestimmten Massiven (wo der Helm unverzichtbar ist);
- Minutiöses Management von Erholung und Ernährung;
- Ständige Anpassung an wechselnde Wetterbedingungen.
Jenseits der beeindruckenden Zahlen repräsentiert States of Elevation eine neue Art, die amerikanischen Berge zu entdecken. Jornet verwandelte das, was eine einfache Sammlung von Gipfeln hätte sein können, in eine wahre spirituelle Durchquerung des amerikanischen Westens.
WARUM DER WESTERN STATES EIN BEVORZUGTES TERRAIN FÜR KILIAN JORNET BLEIBT
Der Western States 100, ein mythisches Rennen über 160 km mit 5.500 Höhenmetern, nimmt einen besonderen Platz im Herzen von Kilian Jornet ein. Dieser legendäre Wettkampf, der die kalifornische Sierra Nevada durchquert, repräsentiert die Essenz des amerikanischen Ultra-Trails.
Im Juni 2025 kehrte Jornet zu diesem Rennen zurück, bei dem er mehrfach triumphierte. Auch wenn er in jenem Jahr "nur" Dritter wurde, bleibt seine Leistung angesichts einer neuen Generation topfit trainierter amerikanischer Läufer bemerkenswert. Der Western States verkörpert perfekt jene Mischung aus Tradition und Innovation, die den Trail-Sport in den USA charakterisiert.
Was dieses Rennen für Jornet so besonders macht, ist seine Unvorhersehbarkeit. Die extremen Wetterbedingungen, mit Temperaturen von über 40°C in den Canyons, fügen eine einzigartige strategische Dimension hinzu. Das Flüssigkeitsmanagement, die Wahl der Ausrüstung, von den Schuhen bis zur Sportbrille und die Anpassungsfähigkeit werden ebenso wichtig wie die reine physische Kondition.
DIE BESONDERHEITEN DES US-TRAILS, DIE KILIAN JORNET FASZINIEREN
Der amerikanische Ansatz beim Trailrunning unterscheidet sich deutlich von der europäischen Kultur. Die Distanzen sind länger, die Räume weiter und die Autonomie wird zur Priorität. Diese Philosophie entspricht perfekt der Vision von Jornet, der ständig danach strebt, neue Wege zu erkunden, um das Gebirge zu erleben.
Die amerikanischen Trails bieten zudem eine außergewöhnliche Geländevielfalt: von den glühenden Wüsten Arizonas über die feuchten Wälder des pazifischen Nordwestens bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln Colorados. Diese Vielfalt erlaubt es Athleten wie Jornet, ihre Grenzen in ständig neuen Umgebungen zu erweitern.
WELCHE ABENTEUER WARTEN ALS NÄCHSTES AUF KILIAN JORNET IN AMERIKA?
Nach States of Elevation könnte man denken, Jornet habe die amerikanischen Herausforderungen abgehakt. Doch der Katalane blickt unaufhörlich auf neue Horizonte. Die riesigen Weiten Alaskas, mit ihren extremen Bedingungen und ihrer totalen Isolation, stellen für ihn ein noch unerforschtes Spielfeld dar.
Die Trail-Community wartet gespannt darauf, ob Jornet andere ikonische Projekte in Angriff nehmen wird, wie die komplette Durchquerung der Cascade Range oder einen Rekord auf dem Appalachian Trail. Diese Herausforderungen würden perfekt zu seiner Philosophie passen: über die reine Leistung hinauszugehen, um Abenteuer zu schaffen, die inspirieren und die Grenzen des Möglichen verschieben.
Jornets Einfluss auf die amerikanische Trail-Szene geht weit über seine Leistungen hinaus. Er hat dazu beigetragen, die Wahrnehmung dieses Sports zu verändern und gezeigt, dass es nicht nur darum geht, schnell zu laufen, sondern auch tiefe Verbindungen mit den durchquerten Landschaften herzustellen. Dieser ganzheitliche Ansatz für die Berge findet in der amerikanischen Outdoor-Kultur besonderen Anklang.
Die Abenteuer von Kilian Jornet in den USA erinnern uns daran, dass Grenzen nur in unserem Kopf existieren. Ob Sie ein erfahrener Läufer oder ein einfacher Naturliebhaber sind, seine Leistungen laden uns ein, die uns umgebenden Berge anders zu betrachten. Vielleicht wartet Ihre nächste Herausforderung irgendwo zwischen zwei Gipfeln, auf einem Pfad, den Sie noch nicht gewagt haben zu betreten. Denn wie Jornet beweist, entdecken wir erst dann wirklich, wer wir sind, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.