Julia Simon
Ein Globus wird nicht verteidigt, er wird gewonnen

- Land
Frankreich
- Geboren in
- 1996
März 2023: am Osloer Holmenkollen, dem Tempel des nordischen Skisports, hebt Julia Simon die Kristallkugel als beste Biathletin der Saison in den Himmel. Achtzehn Jahre nach Sandrine Bailly ist sie die vierte Französin, der diese Meisterleistung gelingt. Eine traumhafte Überraschung für die Julbo- Athletin, die niemand, nicht einmal sie selbst, zu diesem Zeitpunkt ihrer Karriere erwartet hatte.
EIN ERSTER SIEG MIT 23 JAHREN
Die Julbo-Biathletin stammt aus dem französischen Les Saisies. Dreißig Jahre nach den Olympischen Spielen von Albertville ist der Nordische Skisport in diesem Skigebiet fest etabliert. Hier, in der Gegend von Beaufort in Savoie hat die Begeisterung für Langlauf und Biathlon Tradition. An diesem geschichtsträchtigen Wintersportgebiet ist Julia Simon aufgewachsen. Und mit nur 21 Jahren gewann sie im Winter 2017 erstmals ihr Ticket für den Weltcup. Die junge Biathletin war schnell unterwegs. Beim Skifahren wie beim Schießen. Innerhalb weniger Wochen schlug ihr Leben eine neue Richtung ein. Am 5. Dezember 2019 holte sie in Ostersünd den dritten Platz im Einzel. Am 14. März 2020 den Sieg bei der Verfolgung in Kontiolathi. Sie beendete diese Saison als 8. der internationalen Gesamtwertung. Ihr stand eine rosige Zukunft bevor. Die junge Frau, die ebenso wie Simon Desthieux (ein weiterer Julbo-Biathlet) neben ihrem Sport eine Schreinerausbiludng abgeschlossen hat, erreichte auch im Winter darauf beim Massenstart in Oberhof den ersten Platz.
NACH SELBSTZWEIFELN PLATZT DER KNOTEN
Julia Simons Spezialdisziplin ist der Massenstart. Dort, wo die meiste Durchsetzungskraft gefragt ist. Die spektakulärste Spielart dieses Sports. Doch Anfang der Saison 2021 ist plötzlich Sand im Getriebe. Sie versteht nicht, was passiert. Sie lässt ihren Emotionen in den sozialen Netzwerken freien Lauf: Ich bin wie in einem Albtraum gefangen, wo ich eine Strafrunde nach der anderen fahren muss und nicht mehr den Ausgang finde...
Ich habe keine Worte. Ich kann es mir nicht erklären.“ Dann endlich im Dezember ist auf einmal der Spuk vorbei und sie fährt vor einem ekstatischen Publikum in Le Grand – Bornand einen zweiten Platz beim Massenstart und der Verfolgung ein. Sie ist zurück, die dunklen Gedanken sind aus dem Kopf: „Bei so einem Publikum tankt man Energie.“ Mitte Januar führt sie das französische Team in Ruhpolding als schnelle und treffsichere Schlussläuferin zum Staffelsieg.
Im Alter von 25 Jahren hat Julia Simon noch einiges vor sich. Und in diesem Winter wird sie das erste Mal olympische Luft schnuppern. Ihre Selbstzweifel hat sie hinter sich gelassen. Vor ihr liegt ein fantastisches Abenteuer.








