Kilian jornet und der utmb: die geschichte einer trail-legende
Der Ultra-Trail du Mont-Blanc und Kilian Jornet bilden ein mythisches Duo im Universum des Trailrunnings.

Der Ultra-Trail du Mont-Blanc und Kilian Jornet bilden ein mythisches Duo im Universum des Trailrunnings. Dieses ikonische Rennen über 171 Kilometer rund um das Mont-Blanc-Massiv offenbarte der ganzen Welt das außergewöhnliche Talent des katalanischen Läufers. Ein Rückblick auf eine komplexe Beziehung zwischen einem Ausnahmeathleten und einer der prestigeträchtigsten Prüfungen des weltweiten Zirkus.
WIE HAT KILIAN JORNET DIE GESCHICHTE DES UTMB GEPRÄGT?
Im Jahr 2008 stellt ein junger Mann von 20 Jahren die etablierten Codes des Trails auf den Kopf. Kilian Jornet, damals der breiten Öffentlichkeit unbekannt, holt seinen ersten Sieg beim UTMB mit einer beeindruckenden Zeit, die bereits sein außergewöhnliches Potenzial ankündigt. Diese Leistung markiert den Beginn einer legendären Karriere und verändert für immer das Gesicht des Berglaufs.
Die Erfolgsbilanz von Kilian Jornet beim UTMB bleibt im Gedächtnis verankert:
- 2008: Erster Sieg mit nur 20 Jahren;
- 2009: Zweiter Sieg in Folge;
- 2011: Dritter Erfolg, der seine Dominanz bestätigt;
- 2022: Triumphale Rückkehr mit einem historischen Rekord von 19h49'30".
Diese letzte Leistung von 2022 wird als eine der schönsten Seiten in der Geschichte des Ultra-Trail du Mont-Blanc bestehen bleiben. Im Angesicht von Mathieu Blanchard in einem epischen Duell verschob Kilian Jornet die Grenzen des Möglichen, indem er die 171 Kilometer und 10.000 positiven Höhenmeter in weniger als 20 Stunden absolvierte. Eine Leistung, die wenige Jahre zuvor unerreichbar schien.
WARUM IST KILIAN JORNET AUF DISTANZ ZUM UTMB GEGANGEN?
Trotz seiner durchschlagenden Erfolge hat sich die Beziehung zwischen Kilian Jornet und dem UTMB schrittweise verschlechtert. Die Übernahme des Events durch die Ironman-Gruppe und seine Transformation in einen ultrakommerziellen weltweiten Zirkus haben die Vision des Trails, die der Spanier verteidigt, tief verletzt. Für ihn liegt die Essenz des Trailrunnings in der Einfachheit, der Authentizität und dem Respekt vor dem Berg.
2023 ging Kilian einen Schritt weiter, indem er öffentlich erklärte, dass er nicht mehr am UTMB teilnehmen werde, solange die aktuelle Führung im Amt bleibt. Diese mutige Haltung spiegelt seine tiefen Überzeugungen wider, was der Trail sein sollte: eine zugängliche Praxis, respektvoll gegenüber der Umwelt und weit entfernt von kommerziellen Auswüchsen.
Im Frühjahr 2025 haben Sie vielleicht bemerkt, dass Kilian beim Chianti Ultra Trail by UTMB an den Start ging und Zweiter hinter Jim Walmsley wurde. Diese pragmatische Wahl zeigt, dass trotz der Spannungen die Geschichte zwischen dem Champion und der Organisation der UTMB World Series weitergeschrieben wird, auch wenn dies nun auf anderen Terrains als Chamonix geschieht.
WAS SIND DIE ZUKÜNFTIGEN PROJEKTE VON KILIAN JORNET IN EUROPA?
Das Jahr 2026 kündigt sich reich an Herausforderungen für Kilian Jornet an. In einem kürzlichen Interview mit L'Équipe erwähnte der spanische Läufer seine Projekte, blieb aber bei bestimmten Details bewusst vage. Seine Qualifikation für den UTMB dank seines Ergebnisses beim Western States eröffnet interessante Perspektiven, auch wenn seine Teilnahme angesichts seiner Positionen unsicher bleibt.
Die Projekte von Kilian Jornet gehen weit über traditionelle Rennen hinaus. Sein Ansatz des Trailrunnings entwickelt sich weiter hin zu immer persönlicheren und kreativeren Herausforderungen. Zwischen Expeditionen im Himalaya, Aufstiegsrekorden auf mythischen Gipfeln (wo das Tragen eines Helms oft Pflicht ist) und Rennen in Europa sucht der katalanische Athlet ständig danach, seine Grenzen zu verschieben und dabei seinen Werten treu zu bleiben.
Diese ständige Suche nach Authentizität und Innovation macht aus Kilian Jornet viel mehr als einen einfachen Champion. Er verkörpert eine bestimmte Philosophie des Trails, die das menschliche Erlebnis und die Verbindung mit der Natur über die rasende Suche nach reiner Leistung stellt.
WELCHES ERBE HINTERLÄSST KILIAN JORNET DEM TRAILRUNNING?
Der Einfluss von Kilian Jornet auf die Welt des Trails geht weit über seine Siege und Rekorde hinaus. Mit seinen vier Siegen beim UTMB, seinen fünf Erfolgen beim Hardrock 100, seinen elf Triumphen bei Zegama Aizkorri und seinen zehn Siegen bei Sierre-Zinal hat er die Standards für Leistung und Stil neu definiert und unter anderem das Tragen der "schnellen Brille" beim Berglauf popularisiert.
Aber jenseits der Zahlen hat Kilian Jornet vor allem eine ganze Generation von Läufern inspiriert, den Trail anders zu sehen. Seine Fähigkeit, Hochleistung und tiefen Respekt vor der Bergumwelt zu verbinden, hat den Weg für eine bewusstere und verantwortungsvollere Ausübung des Trailrunnings geebnet.
Heute, da die Debatte über die Zukunft des Trails und seine Kommerzialisierung tobt, erinnert die Position von Kilian Jornet an die Wichtigkeit, die Essenz dieses Sports zu bewahren. Seine Weigerung, unter den aktuellen Bedingungen am UTMB teilzunehmen, ist keine einfache Laune eines Stars, sondern der Ausdruck einer kohärenten Vision dessen, was der Berglauf sein sollte: frei, authentisch und respektvoll.
Die Geschichte zwischen Kilian Jornet und dem UTMB ist wahrscheinlich nicht zu Ende. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass der Dialog möglich bleibt, und wer weiß, ob wir eines Tages den katalanischen Champion wieder die Pfade der Tour du Mont-Blanc betreten sehen. Bis dahin inspiriert sein Erbe weiterhin Tausende von Enthusiasten, die jeden Tag die Gipfel stürmen, mit dem einzigen Ehrgeiz, ihre Leidenschaft für die Berge voll auszuleben.

