Dossard Tour de France: Wie man sich in der Grande Boucle zurechtfindet?

Auf den Straßen der Tour de France erzählt jedes Detail eine Geschichte. Die Startnummer eines Fahrers, dieses kleine Stück Stoff am Trikot, ist weit mehr als nur eine einfache Kennzahl. Sie folgt einer eigenen Logik, einer Hierarchie und manchmal sogar einem Aberglauben. Hier erfahren Sie alles, was Sie über die Vergabe der Startnummern bei dem größten Radrennen der Welt wissen müssen.

Wie wird die Startnummer bei der Tour de France vergeben?

Die ASO, der Veranstalter der Grande Boucle, folgt bei der Vergabe der Startnummern einer festen Regel. Der Sieger der vorherigen Ausgabe erhält die Startnummer 1. Sollte dieser nicht starten, trägt der nominierte Teamleader diese symbolträchtige Nummer. Diese Tradition verleiht jeder neuen Austragung der Tour eine besonders starke Symbolik.

Das Prinzip wird auf die übrigen Teams übertragen: Der Zweitplatzierte des Vorjahres bekommt die Nummer 11, der Drittplatzierte die 21, und so weiter. Für jene Teams, deren Fahrer es nicht an die Spitze der Einzelwertung geschafft haben, richtet sich die Reihenfolge nach der Teamwertung oder alphabetisch. Jeder Fahrer eines Teams erhält eine fortlaufende Nummer, vom Kapitän bis zu den Helfern.

Im Detail verteilen sich die Startnummern pro Team folgendermaßen:

  • Die Nummern 1 bis 9 gehen an das Team des Vorjahressiegers
  • Die Nummern 11 bis 19 an das Team des Zweitplatzierten
  • Die Nummern 21 bis 29 an das Team des Drittplatzierten
  • Die weiteren Teams erhalten aufsteigende Nummern in dieser Reihenfolge, bis zum letzten teilnehmenden Team.

Bei der Tour de France 2025 trug somit Tadej Pogacar, Sieger der Ausgabe 2024 mit dem UAE Team Emirates, stolz die Startnummer 1. Seine Teamkollegen vom UAE Team Emirates XRG fuhren mit den Nummern 2 bis 9. Fahrer von Team Visma, Team Picnic PostNL oder Uno-X Mobility traten mit ihren eigenen Nummernserien an.

Was bedeuten die Farben der Startnummern bei der Tour?

Neben der Nummer verrät vor allem die Farbe der Startnummer wertvolle Informationen zum Stand und zu besonderen Auszeichnungen im Rennen. Für Zuschauer am Streckenrand wie leidenschaftliche Pro Cycling-Fans gehören diese Farbcodes zur festen Tour-Tradition.

Die gelbe Startnummer ist wohl die begehrteste: Sie wird von den Fahrern des aktuell besten Teams im Gesamtklassement getragen, ermittelt durch das Addieren der Zeiten aller Teammitglieder. Diese Fahrer tragen ebenfalls einen gelben Helm, eine Anspielung auf das legendäre Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Die Kollektion Gelbes Trikot ist also auf mehreren Ebenen im Rennen vertreten.

Die rote Startnummer, je nach Ausgabe auch beige, zeichnet den kämpferischsten Fahrer aus. Eine Jury bestimmt täglich den Super-Kämpfer der Etappe, der diese besondere Startnummer am Folgetag trägt. Diese Auszeichnung würdigt Mut, Angriffslust und Offensivgeist, Werte, die Fans auf den Etappen nach Alpe d'Huez oder über die Pässe der Pyrenäen begeistern.

Dank dieser visuellen Unterscheidungen können alle das Rennen noch gezielter verfolgen. Ob von der heimischen Couch oder beim einmaligen Tour-Feeling am Straßenrand: Den Code der Startnummer zu kennen, bereichert das Erlebnis ungeheuer.

Die Nummer 5, eine legendäre Tour-Startnummer

In der Geschichte der Tour de France haben manche Startnummern fast mystischen Status erlangt. Die Nummer 51 ist das eindrucksvollste Beispiel. Binnen weniger Jahrzehnte trugen sie absolute Champions: Eddy Merckx, Bernard Hinault und erst kürzlich Julian Alaphilippe auf der ersten Etappe der Ausgabe 2021.

Doch die Nummer 51 hat auch dunkle Stunden erlebt. 2019 musste Thibaut Pinot, in Topform und ernsthafter Anwärter auf das Gelbe Trikot, die Grande Boucle mit dieser Startnummer aufgeben. Eine Szene, die ganz Frankreich bewegte und daran erinnert, dass Radsport ein zutiefst menschlich intensiver Sport ist.

Diese emotionale Ebene, dieses Spannungsfeld aus Glanz und Zerbrechlichkeit – das macht die Einzigartigkeit der Tour de France aus. Jede Startnummer, jede Etappe, jede Zahl trägt einen Teil der gemeinsamen Geschichte in sich.

L'Étape du Tour: Die Grande Boucle mit eigener Startnummer erleben

Für passionierte Hobbyradfahrer gibt es eine einzigartige Möglichkeit, die Geschichte der Tour de France hautnah zu erleben: die Teilnahme an der L'Étape du Tour. Jedes Jahr dürfen bei diesem offen zugänglichen Event tausende Hobbyfahrer eine Originaletappe der Tour mit ihrer eigenen Startnummer bestreiten.

Die Startnummern für die L'Étape du Tour sind äußerst begehrt und oft binnen weniger Stunden ausgebucht. Der Ansturm ist so groß, dass die letzten Ausgaben sehr schnell komplett ausverkauft waren, ein Zeichen für die ungebrochene Faszination, die die Grande Boucle beim Publikum auslöst.

Um eine solche Herausforderung zu meistern, ist natürlich die körperliche Vorbereitung entscheidend. Doch auch die Ausrüstung spielt eine wesentliche Rolle. Auf den Straßen der Tour – zwischen langen, anspruchsvollen Abfahrten und sonnenexponierten Anstiegen, ist der Schutz der Augen unabdingbar. Passende Rennradbrillen gehören zur Grundausstattung für eine sichere Etappe, unabhängig von der jeweiligen Lichtverhältnissen. Und wer sein Equipment für maximale Sicherheit komplettieren möchte, sollte unbedingt auf einen Fahrradhelm nach seinen Ambitionen achten.

Denn ob Sie auf den Straßen der Tour oder im Alltag unterwegs sind, jede Ausfahrt verdient bestmöglichen Schutz. Für volle Leistung, und bestmögliche Sicht.

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